Fachtag "Powerbank Jugendarbeit"

Freiräume für Kinder und Jugendliche jetzt!

30 Haupt- und Ehrenamtliche der Dekanate Biberach und Saulgau setzen sich mit Perspektiven für die kirchliche Jugendarbeit im Rahmen eines digitalen Fachtags auseinander


Am vergangenen Samstag lud das Katholische Jugendreferat Biberach/Saulgau zu einem „Fachtag Jugendarbeit“ ein. Ehren- und Hauptamtliche, die sich in der katholischen Kinder- und Jugendarbeit engagieren, konnten an einem Fachgespräch sowie an verschiedenen Workshops teilnehmen.
25 Teilnehmer*innen nahmen interessiert am digitalen Fachgespräch mit dem Thema „Jugend in Corona-Zeiten: Eine verlorene Zeit? Probleme, Einschätzungen und Perspektiven“ teil. Anna-Katharina Merk, Dekanatsjugendseelsorgerin im Jugendreferat, führte zu Beginn in die COPSY-Studie ein, die die seelische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Zeit untersuchte. Mit Manuela Braun vom Kreisjugendamt sowie Michael Medla, Diözesanleiter des Bischöflichen Jugendamtes und des BDKJ, wurde die aktuelle Situation von Kinder und Jugendlichen näher beleuchtet.


Ein Fazit des Gespräches war, dass Kinder und Jugendliche mit zunehmenden Öffnungsschritten eine gute Begleitung und vor allem Freiräume bräuchten. Dominik Kern, Dekanatsjugendseelsorger, schlussfolgert: „Kinder und Jugendliche dürfen nicht nur in ihrer Rolle als „Schüler*innen“ oder gar „Ruhestörer*innen“ gesehen werden.“ Das Gespräch machte zugleich Mut, nach coronakonformen Wegen zu suchen, wie man Kinder und Jugendliche gut begleiten kann. „Kinder und Jugendliche werden im Corona-Lockdown auf ein Schüler*innendasein reduziert, ihr Alltag wird auf Leistung fokussiert und soziale Kontakte reduziert - junge Menschen brauchen aber dringend Freiräume! Die durch Studien belegten psychischen Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche machen gerade diese sozialen Räume und eine Öffnung der Kinder- und Jugendarbeit erforderlich - und nicht pauschal therapeutische Maßnahmen.“ fordert Michael Medla, Diözesanleiter von BDKJ und Bischöflichem Jugendamt.


Weitere Anregung hierzu gab es bei den nachmittäglichen Workshops. So konnten die interessierten Teilnehmer unter anderem erfahren, wie sich eine digitale Gruppenstunde fantasievoll gestalten lässt. Im Workshop „Partizipation und Jugendverband“ ging es um Beteiligungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in der Jugendverbandsarbeit – u.a. auch mithilfe digitaler Tools. Der Workshops zur Gestaltung von spirituellen Impulsen bezog ebenfalls sowohl die Möglichkeit der präsenten Gottesdienste als auch der digitalen Alternativen ein. Dennoch wurde vielfach der Hoffnung Ausdruck verliehen, dass Kinder- und Jugendarbeit auch abseits des digitalen Raumes bald wieder Auftrieb bekommt.

 

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